Freitag, der 13. – halt…

Mit der Zahl 13 verbinde ich weder Gutes noch Schlechtes und wenn es dann auch noch ein Freitag, der Dreizehnte dazu ist, ändert sich an meiner Sichtweise rein gar nichts. Meiner Meinung nach ist es nur Aberglaube, denn schon die Gebrüder Grimm wussten diesen Tag zu nutzen, um halt diese 13. böse Person nicht einladen zu müssen, weil eben nur Geschirr für zwölf Personen da war. Besser wars sicher für die Gemeinschaft. Man muss sich nur zu helfen wissen und die gute Dame (Hexe), ob sie jemals diesen Vorwand durchschaut hat? Wir werden es nie erfahren… Und schwarze Katzen und all der Kram ist doch auch nur Aberglaube, denn ich habe schon soviele Katzen mit dieser Farbe an den so wenigen Freitagen mit der 13 als Datum gesehen, so daß ich jetzt glatt mit Nachnamen Dauer-Pech heißen müsste. 😉

Ach was, meiner Meinung nach ist es ein Tag, wie jeder andere auch, aber ich darf auch gleich mal an der Stelle festhalten, daß auch ich mich bestens an gewisse Dinge in meinem Leben erinnern kann, weil die eben genau an solchem 13. passierten. Das letzte Ereignis dieser Art ist noch gar nicht so lange her. Im letzten Jahr an diesem Freitag im Januar ist es geschehen, als ich noch nicht mal genau zwei Monate in dieser neuen Abteilung tätig war. In den zwei Nächten zuvor hatte ich je einen unvergesslichen Albtraum. Als ich also morgens je am 12. und 13. Januar aufwachte, da war dieses komische Gefühl da. Ich möchte schreiben, daß ich mich aufgrund dessen eher wie, sag ich mal, betrunken fühlte. Das hört sich noch besser an, als krank, denn wenn du solch Dinge in dir drinnen verarbeiten musst, gibt es nicht viele Alternativen und bin schon so einiges gewöhnt und mache daher schon mal Dinge, wo andere Leute nur mit Abneigung oder Ekel reagieren würden. Aber was nützt es, du hast entweder die Wahl dich auf der Arbeit krank zu melden oder du bist gezwungen, stattdessen das Beste aus der Situation zu machen. Aber sicher hätte ich doch auch an jenem Morgen ein Fillmstudio anrufen können, um den Stoff für einen neuen Psycho-Thriller zu liefern. Sicher wäre ich dann jetzt schon berühmt und wüsste mit der erhaltenen Gage dafür gar nicht mehr wohin damit. Tja, aber Pech für mich. Ich habe diese einmalige Chance nicht genutzt, denn diese Handlung meiner „Kopf-Fantasie“ dürfte sicher auch nicht auf ARD, ZDF, SAT 1 oder wie die anderen alle heißen über den Bildschirm flimmern. Stattdessen hätte ich nicht nur dieses Drehbuch einer Pornofirma, sondern gleich noch mich als Hauptdarstellerin mit anbieten sollen. Eine Erfahrung wäre es sicher wert gewesen… Wenn ihr jetzt von mir nähere Informationen dazu erwartet, nö, ich bleibe aus diversen Gründen diskret. Vielleicht erinnere ich mich später noch einmal daran und dann behalte ich es nicht für mich. Definitiv nicht! Aber noch bin ich gezwungen mich meinem bürgerlichem Leben zu widmen.

Noch lebe ich als Mutter mit zwei meiner drei Kinder zusammen und da haben solche Fantasien nicht viel Raum, obwohl ich meine Kinder freizügig erzogen habe. Das Thema Nacktheit hat bei uns immer einen Platz bekommen. Was ist schlimm daran, wenn man sich umzieht und irgend jemand aus der Familie kreuzt gerade dann deinen Weg?! Zwar sind wir alle keine Sauna- oder Fkk-Fans, aber als ich vor fast 23 Jahren mit meiner Tochter schwanger war, präsentierte ich auch ab und an meine dicke nackige Kuller am Strand. Ich empfand das normal, zudem du heute selbst im Netz solche Bauchbilder öfter findest.

Und privat haben wir auch schon mal solch ein „Filmchen“ gedreht. Besonders auf- bzw. anregend ist er zwar nicht, aber es war ja auch der aller erste Versuch und solch ein Null-Acht-15-Sex ist eh nichts besonderes. Nun, damals habe ich meinem Partner diesen Spaß gegönnt, zudem er damit seine neue Videokamera ausprobieren konnte. Sicher hätte er auch etwas anderes drehen können, aber von unseren Kindern existieren nun mal unzählige DVDs mit ihren Späßen, die sie immer vor der Kamera machten. Wie oft wollte unsere Große sehen, was der Papa denn in seinem Display sieht und war enttäuscht, als sie auf seine Seite ging, daß außer der grünen Wiese nichts weiter zu sehen war. Als dann ihre Brüder auf der Welt waren, machten alle zusammen noch mehr Spaß, bei dem wir uns so manches Mal beim Anschauen vor Lachen die Bäuche hielten. Von Zeit zu Zeit kramst du schon mal diese DVDs raus, um dich an alte Zeiten zu erinnern oder um einen Regentag zu überstehen. Apropo Regen: als Kleinkind machte es meiner Tochter eine Riesenfreude mit ihren bunten Gummistiefeln durch die tiefsten Pfützen zu watscheln. Heutzutage bekommt sie schon einen halben Koller, falls du sie mal anpustet.

Nur sehr oft passt ihr Verhalten noch immer nicht zum Alter, aber sicher hat sie das von mir geerbt. Ich wurde mal vor einiger Zeit gefragt, wie alt ich denn sei und beantwortete das mit der vollen Wahrheit: 43. Meinem Gegenüber konnte ich aus seinem Gesicht die totale Ungläubigkeit ablesen und erzählte ihm, daß ich schon drei ziemlich große Kinder habe. Dann fragte er, ob die auch so wie ihre Mutter seien? Das konnte ich nur zum Teil bejahen, denn meine Tochter ist nun mal genau so wie ich – eine „verrückte Nudel“. Na, etwas viel lebhafter ist sie schon.

Wobei ich bis vor einigen Jahren eher noch ziemlich brav war. Die Betonung liegt auf war. Viel zu viele Jahre kam ich irgendwie mit meinem Charakter nicht so ganz aus meinem Schneckenhäuschen raus. Überall galt ich als ruhig und schüchtern. Ganz selten meldete ich mich mal zu Wort und wenn dann bekam ich auch noch ein Puderrotes Gesicht vor Aufregung und Scham. Vielleicht war es auch nur Ängstlichkeit? In der Schule bereitete es mir Unbehagen das Gedicht vor der ganzen Klasse vortragen zu müssen. Regelmäßig bekam ich deshalb einen Blackout und damit eine schlechtere Note. Für die Klassenarbeiten lernte ich dafür intensiver, um alles wieder auszugleichen. Obwohl die Schule fand ich schon immer doof und langweilig. In den oberen Klassen interessierten mich nur noch sehr wenige Fächer. Mit Geschichte, Bio und Chemie hatte ich schon lange abgeschlossen. Mich ließen diese ganzen Kriege kalt, aber auch bei den Lehrern hatte ich keinen Bock mehr zu lernen. Entweder standen trudige Schlafmützen oder aber nervige Plaudertaschen vor der Klasse. Mit Unterricht hatte das gar nichts mehr zu tun. Aber du als Schüler bist nun mal zehn lange Jahre gezwungen, das alles ertragen zu müssen. Schon am Ende der neunten Klasse fieberte ich dem Ende der Schulzeit in einem Jahr entgegen. Ich wollte endlich diese Vollpfostenklasse los sein. Es gab nur sehr wenige, die mir in der ganzen Zeit ans Herz gewachsen waren. Die meisten von ihnen – ich wollte sie so schnell wie nur möglich los sein. Freunde hatte ich zwar all die Jahre genug, aber nur bis zu zwei hatten einen festen Platz bei mir und immer war es mal jemand anderes. In den ersten Klassen war es Ramona, die dann wegen der Scheidung ihrer Eltern in den Nachbarort zog. Zwei Jahre nach ihrem Weggang feierten wir noch unseren Geburtstag und luden uns gegenseitig ein. Dann verlief der Kontakt im Sande. Dann bändelte ich mich mit Bianca an, die dann im Laufe der achten Klasse mein Vertrauen missbrauchte, in dem sie versuchte meine Schrift nachzumachen und einen Brief an eine Klassenkumpeline verfasste und das Ganze noch mit meiner Unterschrift krönte. Ich stritt es natürlich ab und so wurden zum Schluss Schriftproben gemacht, bei allen Schülern der Klasse. Es dauerte eine Weile bis sie zugab, das sie es war. Ich fühlte mich von ihr getäuscht und hintergangen und kündigte ihr nicht nur auf der Stelle die Freundschaft, sondern trennte mich auch von meiner bisherigen Unterschrift. Fortan machte ich dieses individuelle, außergewöhnliche „S“, daß ein paar der älteren Mitmenschen als das altdeutsch geschriebene „Z“ deuten. Ich sehe das zwar nicht so, aber eine richtige Unterschrift sollte drei lesbare Buchstaben enthalten, um als rechtsgültig anerkannt zu werden. Und da mein Name ja nur aus ganzen vier Buchstaben besteht, habe ich mit dem einen individuell gestalteten Buchstaben alles richtig gemacht.

Seit ich übrigens dies weiß, sehe ich mir diverse Namenszeichen etwas genauer an und habe schon so manches mal festgestellt, das so einige sehr wichtige Personen so ganz und gar dagegen verstoßen… Selber wissen sie es sicher nicht, aber ich werde mal demnächst darüber aufklären. Nun, es reicht nun mal nicht, nur einfach eine sogenannte Paraphe (Kürzel, das den Namen andeuten soll) unter Urkunden zu kritzeln. Oh je, ich denke, das sich noch so mancher darüber wundern wird oder auch erschrecken. Und ich war neulich verwundert, als ich mal bei Herrn Google ausfindig machen wollte, was denn so alles über mich zu finden sei. Glatt wurde ich gefragt, ob ich „Silke Zell“ meine?! Keine Ahnung, wofür das nun wieder gut sein soll. Vielleicht bleibt mir so noch einen Moment ein klein wenig Privatsphäre erhalten? Wenigstens eine Winzigkeit, denn noch lebe ich ja mein graues Mäusedasein und kann so gut wie unbekannt durch die Welt gehen.

Obwohl schon dieser Name sehr bekannt ist, aber das eher durch meine Eltern, denn die führten ja bis vor dreißig Jahren eine Firma. Um es genauer zu sagen, Vater war ein selbständiger Bäcker mit einem Verkaufsladen. Mutter half als Ehefrau dort aus und neben mir schenkte sie noch weiteren vier Mädchen das Leben. Selbst jetzt nach so vielen Jahren, werde ich noch immer angesprochen und man fragt, ob da eine gewisse Verbindung mit dem Namen besteht. Einige Male hat mir das aber auch schon Vorteile gebracht. Besonders erinnere ich mich daran, als damals meine Tochter eingeschult wurde und unbedingt den Pferderanzen haben wollte und ich Wochen danach suchte und ihn nirgends finden konnte. Daraufhin versuchte ich mein Glück bei einem Fachgeschäft. Auch dort machte man mir nicht viel Hoffnung und empfahl mir stattdessen eine Alternative. Dann sprach mich jemand im Laden mit meinem Namen an. Daraufhin fragte auch diese Verkäuferin, ob ich eventuell die kleinste Tochter der Familie sei… Innerhalb von nur drei Tagen wurde für mich ein Pferderanzen aus einer weit entfernten Filiale umgelagert.

Manchmal sind solche Dinge schon irgendwie komisch, auch wenn manche Leute witzeln, das sie nur mit ihrem guten Namen bezahlen, wenn sie ihre EC-Karte zücken. Es scheint wirklich so zu sein, daß nicht Kleider Leute machen, sondern Namen und wenn die dann auch noch so kurz und knapp sind, dann prägen sie sich wohl noch viel besser ein. Das ist so zumindest mein Eindruck oder täusche ich mich jetzt etwa? Nun also. Nach Bianca freundete ich mich mit Sandy an, zwar nicht mehr ganz so insentiv wie mit den anderen, aber wir konnten uns gegenseitig aufeinander verlassen und fuhren auch mal gemeinsam in die Ferien. Zwar war es nur das Arbeits- und Erholungslager und ein Jahr zuvor waren wir in der Tschechei im Betriebs-Ferienlager. Allerdings war auch wieder diese „Beziehung“ mit dem Ende des letzten Schultages vorbei. In der Ausbildung lernte ich dann Petra kennen. Drei Jahre gingen wir durch Dick und Dünn, bis sich dann auch der Kontakt auflöste. Petra machte anschließend eine weitere Ausbildung und zog dann zu ihrem Freund elbabwärts. Ab da lebte ich mit mir in Harmonie. Ganz selten traf ich mal Silke auf der Straße. Auch sie lernte damals den Beruf der Bürokauffrau. Als ich dann zum ersten mal Mama wurde, besuchte sie mich mal und vorher überraschte sie mich zu meinem 18. Geburtstag. Ansonsten hatten wir auch weiterhin keinen persönlichen Kontakt, außer wir schrieben uns hin und wieder mal einen Brief oder eine Karte. Fortan suchte ich mir keine weitere beste Freundin, sondern schloss nur so ganz unverbindlich einige Frauen in mein Herz. Das tat ich damals beim Quelle und später im Call-Center sowie in meinem letzten Job im Lager. Dort sind mir aber wieder einige Frauen mehr ans Herz gewachsen als zuvor. Katrin, die ehemalige Teamleiterin in der Kantine gehört genauso dazu wie Elke, kleine Elke und Petra. Sie alle als beste Freundin zu bezeichnen, vermeide ich an dieser Stelle, denn zwar haben wir sehr viele private Dinge ausgetauscht und uns auch mal zu verschiedenen Anlässen beschenkt, aber so ganz intim sind wir uns doch nicht geworden. Vielleicht ist es auch besser so, denn wenn ich schon jetzt weiß, was mir bzw. uns die Zukunft bringt, dann war diese Entscheidung genau die richtige. Zudem ich bemerkt habe das einige von ihnen gern aneinander kletten. Solch feste Bindungen mag ich überhaupt nicht, denn ich liebe meinen Freiraum. Ich werde niemals mit lockeren Freunden in den Urlaub fahren und mag auch diese Kaffeeklatsch-Runden nicht. Deshalb bin ich auch ganz froh, daß wir uns einigen konnten, das wir uns fortan auch nur noch zum Geburtstag gratulieren ohne etwas dem anderen zu schenken. Dieses ewige Hin und her ist nichts für mich. Es geht mir dabei nicht ums finanzielle, sondern einfach nur ums Prinzip. Das daran zu denken ist vollkommen ausreichend und wenn ihr mich vergesst, damit kann ich sehr gut leben, denn ich mache mir schon einige Jahre nichts mehr aus diesem Tag und bin lieber immer dann unterwegs, denn ich hasse diese gaaaanzen Anrufe der Lieben. Schafft euch WhatsApp oder Facebook an oder schreibt mir einfach eine Mail! Danke!

Ich habe aber kein Problem mit dem Älterwerden, das sollte das jetzt nicht heißen, aber diese großen Runden, die wir bis vor einigen Jahren immer an den Geburtstagen bei uns hatten, sind mir schon lange zuviel. Ich habe keine Lust drei Tage lang vorher in der Küche zu stehen, um alle hungrigen Mäuler dann zu 150 Prozent zufrieden zu stellen. Dennoch haben mir die Partys in den Jahren davor viel Spaß bereitet. Jetzt gehen wir an solchen Tagen lieber mit der engen Familie bowlen und essen. Alles also im kleinen Rahmen und genauso ist es momentan mit den guten Bekannten. Außer hin und wieder einer Whatsapp-Nachricht hören wir nichts momentan von- und übereinander. Das reicht auch vollkommen, denn so wissen wir, daß es uns noch gibt und der Kontakt bricht nicht ganz ab. Zu mehr habe ich auch gaaar keine Lust. Macht euch nichts draus, denn ich habe euch trotzdem lieb! Ehrenwort! Aber wenn ich das noch näher erklären darf, ist es auch besser so, denn irgendwann sehen wir uns zwar wieder, aber unter einem etwas anderen Punkt. Denn dann bin ich nicht mehr eure Kollegin in der Abteilung, sondern… Ach vergesst es, denn bis dahin vergehen sicher noch einige Freitage mit der dreizehn und an den letzten, an welchen ich mich so gut erinnern kann, habe ich endlich herausgefunden, warum ich immer so lieb und brav war. Auch wenn mich an diesem Tag dieser Möchtemalgerne-Guru zu sich ins Büro rief, um mir zu sagen, daß es ihm missfällt, daß ich so oft während der Arbeitszeit aufs Lokolus gehe, um damit Zeit breit zu schlagen.

„Sie haben nun gar keine Ahnung, warum ich da so oft war und ich werde Ihnen auch nicht die volle Wahrheit erzählen.“

Noch nicht – denn auch das hebe ich mir lieber für einen „13.“ auf. Ob das nun ein Freitag ist oder nicht, überlasse ich dem Zufall. Ich bin zwar kein bisschen abergläubisch, aber voll und ganz mystisch.

So ein Freitag, der 13. hat mir zwar im ersten Moment Pech gebracht, aber wenn ich die Sache so im Nachhinein betrachte, war er für mich ein Glückstag und auch dieser Freitag bleibt mir in Erinnerung, denn eine Vase ist zerbrochen und Scherben bringen ja bekanntlich Glück!

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